25. Einstein Lecture: Prof. Dr. Steffen Mau
Problemzonen - Zur Krise des liberalen Gesellschaftmodells
05.11.2026
Institutionelle Stärke und Überlegenheit des westlich-liberalen Gesellschaftmodells war trotz aller Kritik lange Zeit ein gesellschaftlicher Konsens. Dessen Basisinstitutionen – Demokratie, Marktwirtschaft, Rechtsstaat und Wohlfahrtsstaat – galten als leistungsstark, integrations- und anpassungsfähig. Inzwischen mehren sich die Zweifel, dass das angesichts wachsender globaler Krisen auch weiterhin funktionieren kann. Zudem fordern autoritäre Kräfte im Inneren und im Äußeren die Demokratien westlicher Prägung heraus.
Der Vortrag fragt, wie westliche Gesellschaften mit diesen Krisensymptomen umgehen und welche möglichen Folgen diese
Schwächen des Modells zeitigen. Folgt daraus eine Motivationsund Legitimitätskrise, gar eine Destabilisierung bislang robuster Institutionen wie die Demokratie? Und welche politischen und sozialen Reaktionen sind bereits erkennbar? Zudem stellt sich die Frage, welche Entwicklungsoptionen das westliche Modell hat.
Steffen Mau ist einer der einflussreichsten Soziologen in Deutschland und seit 2025 Direktor und Leiter der Abteilung „Ungleichheit, Transformation und Konflikt“ am Max-Planck-Institut für Politik- und Sozialwissenschaft. Zudem ist er S-Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Steffen Mau studierte von 1991 bis 1997 Soziologie und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Von 1998 bis 2001 promovierte er am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zum Thema Wohlfahrtsstaat. Es folgten berufliche Stationen an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Bremen, wo er 2003 eine Juniorprofessur für Sozialpolitik und 2005 eine Professur für politische Soziologie erhielt. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er den Leibniz-Preis der DFG 2021 und 2023 den Communicator-Preis des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft und der DFG.

