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Vielfälige Versorgung für morgen: Diversität im Psychologiestudium

Symbolbild: Weiße Keramikskulptur des Psi-Symbols mit regenbogenfarbenen Rissen, auf einem Holztisch

Symbolbild: Weiße Keramikskulptur des Psi-Symbols mit regenbogenfarbenen Rissen, auf einem Holztisch
Bildquelle: KI-generiert mit Microsoft Copilot 

Vorstellung des Projekts:

Der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung in der Allgemeinbevölkerung ist hoch, auch in Gruppen mit Marginalisierungserfahrungen (z.B. Menschen, die in Armut leben oder Menschen mit Migrationsbiographien). Gleichzeitig sind ambulante Psychotherapieplätze oftmals nur mit hohem Aufwand und nach langen Wartezeiten zugänglich. Viele Faktoren, die den Zugang zu Psychotherapie erschweren, sind strukturell bedingt, bspw. durch die gesetzlich geregelte Finanzierung von ambulanter Psychotherapie. Aktuelle Studien zeigen darüber hinaus, dass Menschen mit bestimmten sozialen, oftmals gesellschaftlich marginalisierten Identitäten noch geringere Wahrscheinlichkeiten haben, einen bedarfsgerechten Therapieplatz zu erhalten. Gleichzeitig zeigen Studien, dass die Repräsentation von diversen sozialen Identitäten im psychotherapeutischen Beruf den Zugang zu Behandlung für Menschen mit entsprechend diversen Identitäten erleichtern kann.

Aktuell wird der Zugang zum Psychologiestudium im Bachelor überwiegend über einen enorm hohen NC reguliert, was in einer sehr homogenen und privilegierten Studierendenpopulation resultiert. Auch der Übergang in das Masterstudium Psychologie mit dem Schwerpunkt klinische Psychologie und Psychotherapie wird weitestgehend über Noten gesteuert, sodass die Diversität der angehenden Psychotherapeut:innen potenziell weiter eingeschränkt wird. Deutlich stärker als im bisherigen Ausbildungssystem steuern die Selektions- und Auswahlprozesse an der Universität direkt die Zusammensetzung der zukünftigen Psychotherapeut:innenschaft.

Um geeignete strukturelle Maßnahmen zur Förderung unterrepräsentierter und unterversorgter Gruppen im Psychologiestudium entwickeln und implementieren zu können, müssen Selektions- und Diskriminierungsprozesse sowie Bedarfe systematisch und langfristig erfasst werden. Ziel des Projekts ist daher die partizipative Entwicklung von Erhebungsinstrumenten zur Erfassung der Diversität der Psychologiestudierenden im Verlauf des Studiums sowie von Diskriminierungserfahrungen im universitären Kontext. Gemeinsam mit Studierenden verschiedener sozialer Positionierungen sollen Inhalte, Fragen und langfristigen Rekrutierungs- und Implementierungspläne erarbeitet werden, um zukünftig zu Beginn jeden akademischen Jahres eine möglichst vollständige Erhebung durchzuführen. Durch die gemeinsame Entwicklung soll die Akzeptanz und Machbarkeit der Umfragen unter Studierenden erreicht werden. Langfristig können so Bedarfe für Maßnahmen identifiziert und Effekte von implementierten Maßnahmen (bspw. Änderungen der Studienzugangsvoraussetzungen) beobachtet werden.

Projektverantwortliche Person Dr. Laura Nohr
Kontakt für Rückfragen laura.nohr@fu-berlin.de
Projektzeitraum September - Dezember 2026