Der Bachelor-Studiengang Altertumswissenschaften nimmt die antike Welt insgesamt in den Blick und bietet somit eine breite Grundausbildung. Diese erfolgt im Verbund der fünf Fächer Ägyptologie, Altorientalistik, Klassische Archäologie, Prähistorische Archäologie und Vorderasiatische Archäologie. Indem sich diese Fächer im integrativen Bereich des Bachelor-Studiengangs verknüpfen, wird zudem Interdisziplinarität gefördert. Dies ist nicht nur für Forschung und Lehre wichtig, sondern auch für die Berufspraxis außerhalb der Universität.
Die Altorientalistik (auch Assyriologie oder Altorientalische Philologie genannt) erforscht die Kulturen des alten Vorderen Orients. Sie deckt dabei ein Gebiet ab, das sich über die heutigen Staaten Irak, Iran, Türkei, Syrien, Libanon, Israel und Jordanien erstreckt – von 3300 v. Chr. bis zur Zeitenwende. Das herausragende Merkmal der altorientalischen Kulturen ist die Keilschrift. Sie ist für Jahrtausende das wichtigste Schriftsystem und wurde verwendet, um Texte in Sprachen wie Akkadisch (Babylonisch-Assyrisch), Sumerisch und Hethitisch, aber auch Elamisch, Hurritisch, Urartäisch u.a.m. festzuhalten. Die unterschiedlichsten Formen schriftlicher Quellen wie historische Inschriften, mythologische Erzählungen, Hymnen und Epen, kultische Texte, Verwaltungstexte u.a. geben einen Einblick in vielfältige Bereiche der Kulturen des alten Vorderen Orients. Wie wurde das Zusammenleben in den ersten Großstädten organisiert? Wie wurden unberechenbare Götter besänftigt? Wie wurde eine bereits komplexe Welt organisiert und strukturiert? Diesen und vielen weiteren Fragen geht die Altorientalistik nach.
Der Studiengang vermittelt die Fähigkeit, Textzeugnisse in wenigstens zwei altorientalischen Sprachen zu erschließen und wissenschaftlich zu interpretieren. Akkadisch ist die Erstkeilschriftsprache. Als zweite Sprache wird üblicherweise Sumerisch oder Hethitisch gewählt. Je nach Angebot sind auch weitere Sprachen möglich.
Gegenstand des Profilbereichs Altorientalistik sind Sprachen, Geschichte und Kultur des alten Vorderen Orients (Gebiet etwa der heutigen Staaten Irak, Iran, Türkei, Syrien, Libanon, Israel und Jordanien) vom Beginn des 4. vorchristlichen Jahrtausends bis in die Zeit des Hellenismus. Verbindendes Element der unterschiedlichen Kulturen sind die in Keilschrift aufgezeichneten Quellen in den zentralen Sprachen Akkadisch (Assyrisch-Babylonisch), Hethitisch und Sumerisch. Die Keilschrift stellte in dieser historischen Periode das bedeutendste Schriftsystem Vorderasiens dar. Die Altorientalische Philologie vermittelt demgemäß Kenntnisse von Sprachen und Schriften der Hochkulturen des vorchristlichen Orients. Ein Ziel der Ausbildung an der Freien Universität besteht darin, die Studierenden in die Lage zu versetzen, in mindestens zwei altorientalischen Sprachen Texte verstehen und im Hinblick auf wissenschaftliche Problemstellungen interpretieren zu können. Dabei ist das Akkadische obligatorisch; als zweite Sprache kann Sumerisch, Hethitisch oder eine alternative altorientalische Sprache gewählt werden.
Beim 30 LP-Modulangebot wird nicht der gesamte Gegenstand des Studiums behandelt (siehe Studienaufbau).

Ob die Bewerbung für einen Studienplatz möglich ist und ob das Fach platzbeschränkt (mit NC) oder zulassungsfrei (ohne Platzbeschränkung) ist, wird jedes Semester neu festgelegt.
Es wird unterschieden zwischen dem 1. Fachsemester und höherem Fachsemester.
Der Mono-Bachelor umfasst vier Elemente:
Am Ende des Studiums vertiefen und differenzieren die Studierenden in ihrer Bachelor-Arbeit exemplarisch ein Studiengebiet mit wissenschaftlichen Methoden
Im Kombi-Bachelor müssen Modulangebote mit einem 90 LP-Kernfach kombiniert werden. Als 30 LP-Modulangebot muss zudem ein weiteres 30 LP-Modulangebot gewählt werden.
In der interaktiven Kombi-Tabelle sind alle möglichen Kombinationsmöglichkeiten zu finden.
Altertumswissenschaften: Altorientalistik, Mono-Bachelor | |
|---|---|
| Integrativer Bereich | |
| Modul | Grundlagen der Altertumswissenschaften I |
| Modul | Grundlagen der Altertumswissenschaften II |
| Modul | Integratives Themenmodul |
| Modul | Integratives Wahlpflichtmodul aus einem nicht belegten Profilbereich |
| Profilbereich Altorientalistik | |
| Einführungsmodul | Einführung in die Altorientalistik |
| Grundmodul | 1. Sprache: Einführung in Akkadisch |
| Grundmodul | 2. Sprache: Einführung in Hethitisch, in Sumerisch oder in eine alternative altorientalische Sprache |
| Aufbaumodul | Lektüre Akkadisch A – Historische Texte |
| Aufbaumodul | Lektüre Akkadisch B – Gesetze, Wirtschafts-, Verwaltungstexte |
| Aufbaumodul | Lektüre Akkadisch C – Literarische Texte |
| Aufbaumodul | Lektüre Akkadisch D – Texte der kultischen und gelehrten Tradition |
| Aufbaumodul 2. Sprache (davon die drei aufbauend auf das gewählte Grundmodul) | Lektüre Hethitisch A - Historische, juristische und administrative Texte Lektüre Hethitisch B - Rituale und Gebete Lektüre Hethitisch C - Mythologische und epische Texte oder Lektüre Sumerisch A - Briefe und Urkunden oder Lektüremodul A alternative altorientalische Sprache |
| Wahlmodul |
Kompetenzfelder Vorderasiatische Archäologie |
Module der affinen Bereiche erweitern das fachwissenschaftliche Spektrum. Die wählbaren Module sind mit den Fachvertretungen bzw. den Prüfungsbüros abzustimmen.
Altorientalistik als 60 LP-Modulangebot | |
|---|---|
| Profilbereich Altorientalistik | |
| Einführungsmodul | Einführung in die Altorientalistik |
| Grundmodul | 1. Sprache: Einführung in Akkadisch |
| Grundmodul | 2. Sprache: Einführung in Hethitisch, in Sumerisch oder in eine alternative altorientalische Sprache |
| Aufbaumodul | Lektüre Akkadisch A – Historische Texte |
| Aufbaumodul | Lektüre Akkadisch B – Gesetze, Wirtschafts-, Verwaltungstexte |
| Aufbaumodul | Lektüre Akkadisch C – Literarische Texte |
| Aufbaumodul | Lektüre Akkadisch D – Texte der kultischen und gelehrten Tradition |
| Aufbaumodul 2. Sprache (davon die drei aufbauend auf das gewählte Grundmodul) | Lektüre Hethitisch A - Historische, juristische und administrative Texte Lektüre Hethitisch B - Rituale und Gebete Lektüre Hethitisch C - Mythologische und epische Texte oder Lektüre Sumerisch A - Briefe und Urkunden oder Lektüremodul A alternative altorientalische Sprache |
| Wahlmodul | Kompetenzfelder Vorderasiatische Archäologie |
Altorientalistik als 30 LP-Modulangebot | |
|---|---|
|
Variante A |
|
| Einführungsmodul | Einführung in die Altorientalistik |
| Grundmodul | 1. Sprache: Einführung in Akkadisch |
| Wahlmodul | Kompetenzfelder Vorderasiatische Archäologie |
| drei aus vier Aufbaumodulen sind zu wählen: | |
| Aufbaumodul | Lektüre Akkadisch A – Historische Texte |
| Aufbaumodul | Lektüre Akkadisch B – Gesetze, Wirtschafts-, Verwaltungstexte |
| Aufbaumodul | Lektüre Akkadisch C – Literarische Texte |
| Aufbaumodul |
Lektüre Akkadisch D – Texte der kultischen und gelehrten Tradition |
|
Variante B |
|
| Einführungsmodul | Einführung in die Altorientalistik |
| Grundmodul | 1. Sprache: Einführung in Akkadisch |
| Grundmodul | 2. Sprache: Einführung in Hethitisch, in Sumerisch oder in eine alternative altorientalische Sprache |
| Grundmodul | 3. Sprache: Einführung in Hethitisch, in Sumerisch oder in eine alternative altorientalische Sprache |
| eins aus neun ist zu wählen: | |
| Aufbaumodule | Lektüre Hethitisch A - Historische, juristische und administrative Texte oder Lektüre Hethitisch B - Rituale und Gebete oder Lektüre Hethitisch C - Mythologische und epische Texte oder Lektüre Sumerisch A - Briefe und Urkunden oder Lektüremodul A alternative altorientalische Sprache oder |
| Wahlmodul | Kompetenzfelder Vorderasiatische Archäologie |
Aufbau und Ablauf des Studiums regelt die Studienordnung. Sie enthält detaillierte Beschreibungen der Inhalte und Qualifikationsziele jedes einzelnen Moduls und einen exemplarischen Studienverlaufsplan.
Die Prüfungsordnung definiert Art und Anforderungen der Prüfungsleistungen der Module. In den Ordnungen sind die Leistungspunkte (LP) für jedes Modul bzw. jede Veranstaltung sowie der Arbeitsaufwand in Zeitstunden für das gesamte Studium angegeben.
Bachelor-Absolvent*innen verfügen über wissenschaftliche Kenntnisse und praktische Fertigkeiten, die für eine Berufstätigkeit oder einen weiterführenden Studiengang qualifizieren.
Altertumswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler arbeiten überwiegend in Forschung und Lehre an Hochschulen. Je nach Einsatzbereich üben sie prüfend-bewertende und gestaltende Tätigkeiten aus auf der Grundlage archäologischer und kulturgeschichtlicher Inhalte.
Daneben ergeben sich berufliche Perspektiven in Bereichen wie Denkmalpflege, Museen und Forschungsinstitutionen (zum Teil nur mit Master-Abschluss und/oder Promotion) und in unspezifischen Berufsfeldern wie Erwachsenenbildung, Journalismus, Tourismus, Kultur- und Wissenschaftsmanagement oder Verlagswesen.
Da nicht alle Absolventinnen und Absolventen einen Platz auf dem engeren fachwissenschaftlichen Arbeitsmarkt finden, sind der Erwerb von Zusatzqualifikationen, wie sie auch schon im Studienbereich Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV) vermittelt werden, sowie die frühzeitige Orientierung in Bezug auf weiter gefasste Beschäftigungsmöglichkeiten und die persönliche Bewerbungsstrategie von großer Bedeutung für den erfolgreichen Berufseinstieg.
Für leitende Tätigkeiten oder eine Beschäftigung in Forschung und Lehre ist ein Master-Abschluss und ggf. die Promotion Voraussetzung.
Absolvent*innen des Modulangebots verfügen über wissenschaftliche Kenntnisse und praktische Fertigkeiten, die für eine Berufstätigkeit oder einen weiterführenden Studiengang qualifizieren. Da Altorientalistik als Modulangebot im Rahmen eines Kombinations-Bachelor-Studiengangs studiert wird, prägt das gewählte Kernfach die berufliche Qualifikation.
Das Institut für Altorientalistik deckt ein breites Spektrum innerhalb der Altorientalistik ab und ist national und international bestens vernetzt. Der mit der Vorderasiatischen Archäologie angebotene Master-Studiengang Geschichte und Kulturen Altvorderasiens bietet einen interdisziplinären Rahmen. Kooperationen mit dem Vorderasiatischen Museum zu Berlin, dem Deutschen Archäologischen Institut und institutseigene Forschungsprojekte lassen nicht nur neueste Erkenntnisse in das Studium einfließen, sondern bieten darüber hinaus vielfältige Forschungs- und Berufsperspektiven.
Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften
Institut für Altorientalistik
Fabeckstraße 23-25
14195 Berlin
E-Mail:
altorientalistik@geschkult.fu-berlin.de
Homepage:
Institut für Altorientalistik
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