Vortrag | Was ist eine Pesach-Haggadah? Entstehung und Gebrauch eines jüdischen Ritualbuchs
Washington-Haggada, 1478, geschrieben und illuminiert von Joel ben Simeon.
Bildquelle: Library of Congress, Washington, D.C.
Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Geschriebene Heiligkeit. Materialität, Ritus und Ästhetik des Göttlichen
Eine Ringvorlesung des Instituts für Judaistik der Freien Universität Berlin
Was ist eine Pesach-Haggadah? Entstehung und Gebrauch eines jüdischen Ritualbuchs
- Prof. Dr. Katrin Kogman-Appel
Institut für Jüdische Studien,
Universität Münster
Die Haggada ist ein Text, der am Vorabend des Pesah-Festes im Frühjahr im Familienkreis vorgetragen wird. Von materialer Perspektive ist sie ein eigenständig gebundenes Buch, das während der Pesah-Zeremonie rituell verwendet wird, um dem göttlichen Gebot nachzukommen, den Jungen die Geschichte des Auszugs aus Ägypten zu erzählen. Während der Text der Haggada etwa zwischen dem 2. und dem 8. Jahrhundert entstand, reichen die frühesten schriftlichen Dokumente erst bis ins 9. und 10. Jahrhundert zurück. Zu jener Zeit war die Haggada Teil des allgemeinen Gebetbuchs, doch um das 12. Jahrhundert begann sie, sich als eigenständiger Band herauszubilden. Diese Vorlesung erzählt die Geschichte der materialan Haggada als eigenständiges Buchgenre und beschreibt einen jahrhundertelangen Entstehungs- und Verfeinerungsprozess, bis die Haggada schließlich um die Mitte des 17. Jahrhunderts zu einem gängigen Haushaltsgegenstand wurde. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen die unterschiedlichen Funktionen und Verwendungsweisen verschiedener vormoderner Haggadot.
Zur Aufzeichnung
Zeit & Ort
05.01.2027 | 18:15 - 19:45
Freie Universität Berlin,
Raum 2.2058 (Holzlaube)
Gebäudekomplex Fabeckstr. 23 – 25,
14195 Berlin

