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Vortrag | Slop und Slopaganda. KI-generierte Bildwelten und die Reaktionsökonomie sozialer Medien

16.12.2026 | 18:15 - 19:45

Eine Ringvorlesung des Instituts für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin


Slop und Slopaganda. KI-generierte Bildwelten und die Reaktionsökonomie sozialer Medien

  • Prof. Dr. Roland Meyer
    DIZH Brückenprofessur Digital Cultures and Arts,
    Zürcher Hochschule der Künste und Universität Zürich

«Slop», schnell, billig und massenhaft produzierter KI-generierter Content, flutet die sozialen Medien. Meist sind die synthetischen Bilder und Videos bloss kommerzieller Clickbait, immer häufiger werden sie jedoch auch zu politischen Zwecken eingesetzt, sei es zur gezielten Desinformation, zur Mobilisierung der eigenen Anhängerschaft oder um den Gegner ins Lächerliche zu ziehen. Bilder von Trump als Papst oder Jetpilot, Lego-Clips, mit denen das mörderische iranische Regime seine Feinde verhöhnt, oder die rassistischen Untergangsszenarien rechter Parteien – all dies ist «Slopaganda». Das Kofferwort aus «Slop» und «Propaganda» beschreibt dabei nicht allein die mittels generativer KI massiv gestiegene Quantität politischer Propaganda. Die aktuelle Flut von Slopaganda markiert auch eine qualitative Transformation: Slopaganda ist horizontale, vernetzte und verteilte Propaganda, Propaganda zum Mitmachen. Wo klassische Propaganda, etwa der totalitären Staaten des 20. Jahrhunderts, das Produkt vertikal, hierarchisch und arbeitsteilig organisierter Apparate war, entsteht Slopaganda in und durch soziale Medien, in denen staatliche wie private Akteur*innen gleichermassen als vernetzte Accounts operieren, die auf aktuelle Themenkonjunkturen reagieren und auf Klicks, Likes und Engagement spekulieren. Dabei verschwimmen, wie der Vortrag an aktuellen Beispielen zeigt, regelmässig die Grenzen zwischen kommerziellem Slop und politischer Propaganda: Slopaganda ist nur als Slop erfolgreich, als Content, der für die Reaktionsökonomie sozialer Medien optimiert ist.

Roland Meyer ist DIZH-Brückenprofessor für Digitale Kulturen und Künste an der Universität Zürich und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) sowie Mitglied des Zentrums Künste und Kulturtheorie (ZKK). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte, Theorie und Ästhetik synthetischer Medien, operativer Bilder und algorithmisch vernetzter Bildkulturen.


Zeit & Ort

16.12.2026 | 18:15 - 19:45

Freie Universität Berlin,
Hörsaal im Institut für Theaterwissenschaft
Grunewaldstraße 35
12165 Berlin