Schmetterlinge und Wildkräuter: Rundgang über den Blühenden Campus der Freien Universität Berlin
Wie steht es um die Artenvielfalt auf dem eigenen Campus? Dieser Frage ging eine Gruppe von FU-Beschäftigten am 16. Juni 2026 beim Rundgang „Schmetterlinge auf dem Blühenden Campus" nach – einem Angebot des Weiterbildungszentrums unter der Leitung von Dr. Rebecca Rongstock.
News vom 16.06.2026
Startpunkt der eineinhalbstündigen Tour war die Blätterlaube, der naturnahe Gemeinschaftsgarten der Initiativen SUSTAIN IT! und Blühender Campus. Von dort führte der Weg über artenreiche Flächen des Campus Dahlem bis zum Henry-Ford-Bau, vorbei an Gründächern und ungemähten Wiesen, die zeigen, wie gezielt gestaltete Grünflächen Lebensraum für Insekten schaffen können.
Seit 2020 werden auf dem Campus wöchentlich Schmetterlinge nach dem in Deutschland gängigsten Verfahren erfasst, dem Tagfaltermonitoring. Dr. Rebecca Rongstock erläuterte, wie diese Methode funktioniert, was die erhobenen Daten über die Artenvielfalt vor Ort aussagen und welche Lebensraumansprüche Raupen und Schmetterlinge im Laufe ihres Lebenszyklus haben.
Mit Kescher und Becherlupe entdeckte die Gruppe unterwegs mehrere Falter, die vorsichtig eingefangen, bestimmt und wieder freigelassen wurden – darunter ein Hauhechel-Bläuling. Dabei ging es auch darum, welche Pflanzen als Nahrungsquelle und Eiablageplatz für die jeweiligen Arten dienen. Auch andere Insekten kreuzten den Weg der Gruppe, darunter Marienkäfer sowie vermutlich Wespen und weitere blütenbestäubende Käferarten.
Neben den Tieren standen auch die Pflanzen selbst im Fokus. Besonders in Erinnerung blieb das Johanniskraut: Zerreibt man seine gelben Blütenblätter zwischen den Fingern, tritt ein blutroter Saft aus – ein Phänomen, das der Pflanze zahlreiche Volksnamen wie „Blutkraut" oder „Johannisblut" eingebracht hat. Der Sage nach soll das Kraut aus dem Blut des enthaupteten Johannes des Täufers entsprossen sein; passend dazu beginnt seine Blütezeit traditionell um den Johannistag am 24. Juni, nur wenige Tage nach dem Termin des Rundgangs.
Der Nachmittag machte deutlich, wie viel biologische Vielfalt sich hinter den auf den ersten Blick unscheinbaren Grünflächen des Campus verbirgt – und wie sich mit einfachen Mitteln wie ungemähten Flächen und naturnahen Pflanzungen aktiv etwas für die Artenvielfalt in der Stadt tun lässt.










