Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten
Nachhaltigkeit ist kein Ziel, das man einfach abhaken kann – sie ist ein Weg. Auch wenn noch nicht alle gesteckten Ziele erreicht wurden, hat die Freie Universität Berlin viel bewegt: in der Forschung, in der Lehre und im eigenen Handeln. Wir lernen, verbessern uns und gehen weiter – konsequent, transparent und mit echtem Engagement. Denn echte Nachhaltigkeit bedeutet, dran zu bleiben.
Engagement, das wirkt
Die Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie bündelt und begleitet zahlreiche Aktivitäten rund um nachhaltige Entwicklung an der Freien Universität. Mit Initiativen wie SUSTAIN IT!, dem Blühenden Campus und den jährlichen Hochschultagen Nachhaltigkeit & Klimaschutz wird Nachhaltigkeit sichtbar, erlebbar und zum festen Bestandteil des universitären Lebens. Studierende, Lehrende und Beschäftigte bringen ihre Ideen ein, gestalten aktiv mit und zeigen: Nachhaltigkeit entsteht gemeinsam.
Echt nachhaltig
Zwischen Alltag und Zukunftsfragen zeigt sich Nachhaltigkeit in vielen Facetten. Es geht um Verantwortung, Wandel und neue Wege des Handelns.
Der Weg ist das Ziel
Nachhaltigkeit an der Freien Universität entwickelt sich stetig weiter. Neben bestehenden Initiativen werden laufend neue Maßnahmen umgesetzt, die den Weg zu mehr Klimaschutz und Verantwortungsbewusstsein konkret voranbringen.
Klima schützen trotz knapper Kassen?
Direkter CO₂-Ausstoß aus Campusbetrieb, Dienstreisen und Papierverbrauch, Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien
Die Freie Universität Berlin wäre am liebsten längst klimaneutral. Bis 2025 sollte es so weit sein. Das war 2019 der Plan. Doch es ist kompliziert.
Die Universität hat ihre direkten CO₂-Emissionen aus dem Betrieb seit 2000/01 erheblich gesenkt. Ihr Strom stammt bereits vollständig aus erneuerbaren Energien. Aber: Wärme verursacht den größten Teil der verbleibenden messbaren CO₂-Emissionen. Sie kommt weiter von Zulieferern, die noch an fossile Energieträger gebunden sind.
Hinzu kommen neue Zielkonflikte: Kann sich eine Universität noch Investitionen in Klimaschutz leisten, etwa Dämmung oder Photovoltaik, wenn ihr Budget massiv gekürztwurde? Die Antwort: Sie kann und muss.
Wie? Das Präsidium der Freien Universität hat beschlossen, einen internen Klimaschutzfonds einzurichten. Für jede ausgestoßene Tonne CO₂ aus Campusbetrieb, Papierverbrauch und Dienstreisen der Universitätsmitglieder fließen 30 Euro in Maßnahmen für Klimaschutz und Biodiversität an der Universität. Legt man die 8.842 Tonnen CO₂ zugrunde, die 2024 erfasst wurden, wären das 265.262 Euro jährlich. Mittelfristig sollen es 50 Euro pro Tonne werden. Nachhaltigkeitsziele und -grundsätze für Dienstreisen in der geplanten Novelle der Reiserichtlinie sollen Mitarbeitende zudem motivieren, stärker klimafreundliche Transport- und Kommunikationsmittel zu nutzen.
Aus dem Klimaschutzfonds werden Initiativen von Universitätsmitgliedern finanziert, etwa in den Formaten FUturist und Living Labs. Außerdem sollen klimafreundliche Maßnahmen für Gebäude und Technik sowie Biodiversität auf dem Campus gefördert werden – allerdings nur solche Maßnahmen, die nicht ohnehin gesetzlich oder vertraglich vorgeschrieben sind. Dieses Kriterium der Zusätzlichkeit stärkt die Klimaschutzaktivitäten der Universität und macht sie resilient.
Wofür das Geld verwendet wird, entscheidet eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Technischen Abteilung, der Servicestelle für Gebäudemanagement, der Stabsstelle Nachhaltigkeit und der für Nachhaltigkeit zuständigen Präsidiumsmitglieder. Regelmäßige Berichte über die finanzierten Maßnahmen machen die Entscheidungen transparent. Das Konzept setzt auf Klimaschutz vor der eigenen Haustür statt auf den Kauf externer Zertifikate zur Kompensation von CO₂-Emissionen.
Der Text erschien am 13. Mai 2026 im et al.-Newsletter
Über das Jahr der Biodiversität an der FU Berlin (2024), Artenschutz, Nachhaltigkeitsprojekte und Forschung zur biologischen Vielfalt: Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin, und Thomas Borsch, Direktor Botanischer Garten Berlin

