„Türen öffnen, die sonst vielleicht verschlossen geblieben wären“
15 Jahre Deutschlandstipendium: Am 12. Februar feierten Stipendiat*innen und Stifter*innen das Jubiläum
24.06.2026
Seit 15 Jahren werden Studierende, die sehr gute Leistungen erbringen, sich ehrenamtlich engagieren oder ihr Studium trotz biografischer Hürden großartig meistern, mit einem Deutschlandstipendium gefördert. Auf der jährlichen Stipendienfeier berichteten Stipendiat*innen der Freien Universität Berlin, was ihnen das Deutschlandstipendium ermöglicht.
Eine pinke 15 ziert das Pult im Max-Kade-Auditorium: 15 Jahre Deutschlandstipendium stehen im Mittelpunkt, 15 Jahre Verbindungen zwischen Studierenden und ihren Fördernden, 15 Jahre Lebensgeschichten und Begegnungen zwischen Generationen. Viel Wärme an diesem kalten Februarabend.
„Ich hatte endlich Kontakte, ich hatte ein Netzwerk und Hilfestellungen. Ich konnte mich an Personen wenden, die mich angeleitet und mir sehr wertvolle Tipps mit auf den Weg gegeben haben“, sagt Habib Bader auf der Bühne im Audimax. Der Pharmazie-Doktorand hat einen doppelten Bezug zum Deutschlandstipendium: Von 2017 bis 2023 war er selbst Stipendiat. Heute engagiert er sich als Vorstandsmitglied in der Stiftung, die ihn damals gefördert hat und die auch weiterhin das Deutschlandstipendium unterstützt: die Dr. Hermann Schmitt-Vockenhausen-Stiftung.
Da Habib Bader aus einem nicht-akademischen Elternhaus kommt, sei für ihn vor allem die ideelle Förderung des Stipendiums wichtig gewesen, erzählt er. Für die Feier ist er aus Salzburg angereist, wo er im Rahmen seines Dissertationsvorhaben zur medizinischen Versorgung von Frühchen forscht. Das Deutschlandstipendium in drei Worten? „Gesellschaftsprägend, brückenbauend, exzellenzfördernd“.
15 Jahre Deutschlandstipendium
Was mit 32 Stipendien begann, die durch das Engagement von 14 Fördernden ermöglicht wurden, hat sich zu einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte entwickelt: Heute werden an der Freien Universität Berlin 205 Stipendiat*innen von 63 privaten Stifter*innen gefördert. Seit 2011 sind insgesamt 2.662 Stipendien vergeben worden, unterstützt durch 120 private Fördernde.
Universitätspräsident Professor Dr. Günter M. Ziegler begrüßte zum Jubiläum mit einem passenden Zahlenspiel: „Der jüngste Stipendiat des Deutschlandstipendiums an der FU war 15 Jahre alt. Dreht man die Zahlen um, erhält man das Alter der ältesten Stipendiatin: 51“, sagte Ziegler.
Einen herzlichen Dank richtete Ziegler an die Fördernden. „Das Deutschlandstipendium hat in 15 Jahren viele Türen geöffnet, die sonst vielleicht verschlossen geblieben wären. Es hat außergewöhnliche Talente unabhängig von ihrer Biografie und Lebenssituation gefördert“, sagte er. Unter dem Motto „Talente fördern, Zukunft gestalten“ unterstütze das Deutschlandstipendium eine diverse Studierendenschaft. Stipendiat*innen wie Habib Bader, Sophie Leupold und Sydney Reimer, die ganz unterschiedliche Wege gehen.
Divers in Fachrichtungen, Engagement und Biografie
Psychologiestudentin Sophie Leupold ist erfolgreiche Ruderin in der deutschen Nationalmannschaft. Ihre Disziplin „Coastal Rowing“ wird 2028 erstmals Teil der Olympischen Spiele sein. „Das Deutschlandstipendium ermöglicht es mir, mein Studium und den Leistungssport zu verbinden. Für mich bedeutet es Anerkennung und finanzielle Stabilität“, sagte sie.
Sydney Reimer ist für den Masterstudiengang „Musik, Sound, Performance“ extra aus den USA an die Freie Universität Berlin gekommen. Der im Wintersemester 2023/24 eingerichtete Studiengang verbindet theoretische Musikwissenschaft mit Praxis. Das Deutschlandstipendium sei für sie nicht nur eine wichtige finanzielle Unterstützung, sondern ermögliche ihr auch, ein Ehrenamt auszuüben. „Ich gebe Klavierunterricht in einer Musikschule in Neukölln, was mich sehr erfüllt. Engagement, Gemeinschaft und Kreativität – dafür steht für mich das Deutschlandstipendium“, erzählte Sydney.
Und was schätzen die anderen Stipendiat*innen am Deutschlandstipendium? Beim anschließenden Empfang tauschten sich Stifter*innen und Stipendiat*innen im Foyer des Henry-Ford-Baus aus und feierten gemeinsam. In einer Fotobox wurden Erinnerungsbilder geknipst, bei denen die pinke 15 Fotoaccessoire-Qualitäten zeigte.
Kara Mikus

