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Arbeiten in Chile

Ein Praktikum in Chile ist eine tolle Möglichkeit, internationale Berufserfahrung zu sammeln und gleichzeitig in eine lebendige, vielfältige Kultur einzutauchen. Besonders viele Praktikumsplätze gibt es in der Hauptstadt Santiago de Chile, wo sich zahlreiche nationale und internationale Unternehmen, Start-ups und Organisationen befinden. Aber auch Städte wie Valparaíso mit ihrem kreativen, kulturellen Flair oder Concepción als wichtige Universitätsstadt bieten spannende Möglichkeiten, etwa in den Bereichen Umwelt, Tourismus, Sozialarbeit, Wirtschaft oder erneuerbare Energien.

Der Arbeitsalltag in Chile ist meist etwas hierarchischer organisiert als in Deutschland. Entscheidungen werden häufig von Vorgesetzten getroffen, und ein respektvoller Umgang ist sehr wichtig. Gleichzeitig spielen persönliche Beziehungen im Berufsleben eine große Rolle. Small Talk gehört dazu, und ein gutes Miteinander im Team wird geschätzt. Die reguläre Arbeitszeit liegt bei etwa 40 bis 45 Stunden pro Woche. Pünktlichkeit wird erwartet, auch wenn Abläufe manchmal etwas flexibler wirken.

Spanischkenntnisse sind in den meisten Praktika notwendig, da im Arbeitsalltag überwiegend Spanisch gesprochen wird. Dabei sollte man wissen, dass das chilenische Spanisch als besonders schnell und umgangssprachlich gilt – gerade am Anfang kann es also herausfordernd sein. In internationalen Unternehmen kommt man teilweise auch mit Englisch zurecht, doch gute Spanischkenntnisse erleichtern die Integration deutlich.

Viele Praktika sind unbezahlt oder nur gering vergütet. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten (insbesondere in Santiago) vergleichsweise hoch. Für ein WG-Zimmer sollte man je nach Lage 300-500 Euro im Monat einplanen. Eine frühzeitige Finanzplanung ist daher sinnvoll. Für längere Praktika wird in der Regel ein entsprechendes Visum benötigt, dessen Beantragung einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Für deutsche Staatsbürger ist eine visumfreie Einreise bis zu 90 Tagen möglich, allerdings offiziell nur für touristische Zwecke.

Wenn man ein Praktikum offiziell und rechtlich korrekt absolvieren will, also z. B. eine vertragliche Vereinbarung hat, das Praktikum Teil des Studiums ist oder man im Unternehmen arbeitet (auch unbezahlt), muss man in den meisten Fällen eine befristete Aufenthaltserlaubnis und eine Arbeitserlaubnis beantragen. Dieses Visum wird vor deiner Abreise bei der chilenischen Botschaft oder einem Konsulat in Deutschland beantragt. Dabei musst du u. a. den Praktikumsvertrag, einen Plan zur Tätigkeit und oft Nachweise über deine finanziellen Mittel und Krankenversicherung vorlegen.

Es gibt auch ein Working-Holiday-Visum, das es jungen Deutschen ermöglicht, bis zu einem Jahr in Chile zu leben und zu arbeiten – darunter auch praktische Tätigkeiten. Das kann eine Alternative zum klassischen Praktikumsvisum sein, wenn man die Altersvoraussetzungen erfüllst.

Denken Sie bitte auch an eine Auslandskrankenversicherung (Versicherungsvergleich). Eine mögliche Alternative ist die DAAD-Gruppenversicherung. Auch reisemedizinische Vorsorgemaßnahmen (Impfungen) müssen getroffen werden.

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Es gibt verschiedene Stipendien- oder Fördermöglichkeiten, mit denen man als deutsche:r Studierende:r ein Praktikum in Chile (oder einen Teil davon) finanzieren kann

  • Das PROMOS-Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) fördert Auslandspraktika außerhalb der EU, darunter auch in Chile. Voraussetzung ist, dass man bereits ein Praktikum organisiert hat (mit schriftlicher Zusage) und es mindestens 6 Wochen dauert. Die Förderung umfasst einen Pauschalbetrag zur Unterstützung von Reise- und Aufenthaltskosten für die Dauer des Praktikums.
  • Der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) bietet Kurzstipendien für Praktika (bis zu 3 Monaten) und einmalige Reisekostenzuschüsse, die auslandsbedingte Mehrkosten decken sollen.
  • Organisationen wie International Association for the Exchange of Students for Technical Experience (IAESTE) bieten Praktikumsplätze und oft auch finanzielle Unterstützung für Studierende in technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern an – auch für Einsätze in Chile.

Die Lebenshaltungskosten in Chile gehören zu den höchsten in Südamerika, sind aber, je nach Stadt und Lebensstil, meist noch etwas niedriger als in vielen deutschen Großstädten. Besonders in der Hauptstadt Santiago de Chile ist das Preisniveau vergleichsweise hoch, während kleinere Städte günstiger sein können.

Für ein WG-Zimmer in Santiago sollte man je nach Lage und Ausstattung etwa 300 bis 500 Euro pro Monat einplanen. In zentralen oder besonders sicheren Vierteln kann es auch teurer werden. In Städten wie Valparaíso oder Concepción liegen die Mietpreise häufig etwas darunter.

Lebensmittel sind teilweise ähnlich teuer wie in Deutschland, vor allem importierte Produkte. Regionale Produkte, Obst und Gemüse auf lokalen Märkten sind dagegen oft günstiger. Für Lebensmittel kann man grob mit 200 bis 300 Euro im Monat rechnen – je nach Essgewohnheiten. Ein einfaches Mittagessen in einem Restaurant kostet etwa 8–12 Euro, in gehobenen Restaurants entsprechend mehr.

Der öffentliche Nahverkehr ist relativ preiswert. In Santiago kostet eine einzelne Metro- oder Busfahrt umgerechnet meist unter 1 Euro, Monatskarten oder aufladbare Fahrkarten sind entsprechend günstiger.

Insgesamt sollte man als Studierende:r für einen eher sparsamen Lebensstil mit ca. 800 bis 1.200 Euro pro Monat rechnen, inklusive Miete, Verpflegung, Transport und Freizeit. Wer zentral wohnt oder viel reist, sollte entsprechend mehr einplanen.

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Die Wohnungssuche in Chile kann, je nach Stadt und Jahreszeit, unkompliziert oder etwas herausfordernd sein. Grundsätzlich gilt: In großen Städten ist der Wohnungsmarkt angespannt, aber es gibt viele Angebote für Studierende, vor allem in Wohngemeinschaften.

In der Hauptstadt Santiago de Chile ist die Nachfrage besonders hoch. Beliebte Viertel bei Studierenden und Praktikanten sind z. B. Providencia, Ñuñoa oder Santiago Centro, da sie gut angebunden und vergleichsweise sicher sind. Entsprechend sind die Mieten dort höher als am Stadtrand. In Städten wie Valparaíso oder Concepción ist die Suche oft etwas entspannter und günstiger, besonders in Universitätsnähe.

Für ein mehrmonatiges Praktikum entscheiden sich viele für ein möbliertes WG-Zimmer („pieza amoblada“), da diese flexibel und ohne langfristigen Mietvertrag verfügbar sind. Es ist üblich, dass eine Monatsmiete Kaution („garantía“) verlangt wird. Bei kurzfristigen Aufenthalten sind Vermieter:innen manchmal offener für individuelle Absprachen.

Wohnungen und Zimmer findet man häufig über Online-Plattformen, Facebook-Gruppen oder lokale Anzeigenportale. Auch das Netzwerk der Praktikumsstelle oder der Universität kann hilfreich sein. Wichtig ist, vorsichtig bei Vorauszahlungen aus dem Ausland zu sein und, wenn möglich, erst nach Besichtigung oder zumindest nach einem Videogespräch zu zahlen.

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