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Freie Universität Berlin feiert 75-jähriges Bestehen des Osteuropa-Instituts

Historikerin und Memorial-Mitgründerin Dr. Irina Scherbakowa hält Festvortrag über Putins Geschichtspropaganda im Krieg gegen die Ukraine

Nr. 134/2026 vom 05.11.2026

Die Geschichte des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin ist eng mit den politischen Umbrüchen in Europa verbunden. Bei der Jubiläumsveranstaltung am 18. November spricht die Menschenrechtlerin und Historikerin Dr. Irina Scherbakowa über den Einsatz von Geschichte als Propagandainstrument im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Im Fokus der anschließenden Podiumsdiskussion steht, wie Medien heute über Osteuropa berichten. Die Teilnahme ist kostenlos und nach vorheriger Anmeldung an info@oei.fu-berlin.de möglich.

Bau des Osteuropa-Instituts

Bau des Osteuropa-Instituts
Bildquelle: Reinhard Friedrich, Universitätsarchiv der Freien Universität Berlin

Die Jubiläumsveranstaltung eröffnen der Präsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Dr. h.c. Günter M. Ziegler, und die Geschäftsführende Direktorin des Osteuropa-Instituts, Prof. Dr. Susanne Strätling. Den Festvortrag hält Dr. Irina Scherbakowa von der Exil-Menschenrechtsorganisation „Zukunft Memorial“ unter dem Titel „Geschichtsfront des Kulturkampfes. Putins Geschichtspropaganda in den Zeiten des Krieges gegen die Ukraine“. Scherbakowa ist Mitgründerin der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, die sich für die Aufarbeitung politischer Repressionen und die Erinnerung an deren Opfer einsetzt, die 2022 den Friedensnobelpreis erhielt und im selben Jahr in Russland verboten wurde.

Anschließend diskutieren der Journalist und Historiker Dr. Gerhard Gnauck, die Journalistin und Doktorandin Anastasia Rodi (beide Alumni des Osteuropa-Instituts), die Osteuropaforscherin und Publizistin Yelizaveta Landenberger und Michael Martens von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter dem Titel „Im Osten was Neues? Osteuropa in den Medien“. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Alexander Libman, Leiter der Abteilung Politik des Osteuropa-Instituts.

Das Osteuropa-Institut ist seit seiner Gründung 1951 ein Spiegel der wechselvollen Beziehungen Berlins und Deutschlands zu seinen östlichen Nachbarn im 20. und 21. Jahrhundert. Gegründet als interdisziplinäres Institut zum Studium der Gesellschaften Osteuropas in Geschichte und Gegenwart, entwickelte es sich in der Zeit des Kalten Krieges zu einem der international führenden Zentren der Osteuropaforschung. Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Systeme Osteuropas und der deutschen Wiedervereinigung durchlief es in den 1990er Jahren eine turbulente Transformationsphase und widmet sich heute mit seinen Abteilungen Geschichte, Kultur, Politik, Soziologie und Wirtschaft der Region als transnationalem Verflechtungsraum.

Zum 75. Gründungstag des Osteuropa-Instituts haben Studierende des Osteuropa-Instituts unter der Leitung von Dr. Clemens Günther und Prof. Dr. Robert Kindler die Geschichte des Instituts im Sommersemester 2026 in einem Lehrforschungsprojekt aufgearbeitet und dafür unter anderem Erfahrungsberichte von Promovierenden der Freien Universität Berlin über Gastforschungsaufenthalte in Leningrad (heute Sankt Petersburg) ausgewertet, die zwischen 1969 und 1980 entstanden sind. (jkr)

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