Wie klingen Populist*innen?
VolkswagenStiftung fördert Projekt an der Freien Universität Berlin und der Universität Osnabrück zum Einfluss von Sound auf Emotionen und Politik
Nr. 102/2026 vom 03.08.2026
Wie Klang politische Emotionen und ein kollektives Zugehörigkeitsgefühl formt, analysiert ein Forschungsteam der Freien Universität Berlin und der Universität Osnabrück. Das Projekt „Soundscapes of Populism“ startet im August und wird von der Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Dr. Lenka Filipova (Freie Universität Berlin) und der Musikpädagogin Prof. Dr. Eva-Maria Tralle (Universität Osnabrück) geleitet. Die VolkswagenStiftung unterstützt die Arbeit im Rahmen der Förderinitiative „Aufbruch – Neue Forschungsräume für die Geistes- und Kulturwissenschaften“ mit insgesamt 333.000 Euro.
Welchen Einfluss Sound auf Emotionen und Politik hat und wie Populist*innen klingen, analysiert das Forschungsprojekt „Soundscapes of Populism“.
Bildquelle: "Soundscapes of Populism"
Tragen akustische Reize zur politischen Identifikation, Überzeugung und Ablehnung bei? Welche Rolle spielt Sound, um in der heutigen Medienlandschaft die Aufmerksamkeit zu wecken? Das Forschungsprojekt „Soundscapes of Populism“ untersucht, wie Klang emotionale und politische Dynamiken populistischer Bewegungen prägt. Während bestehende Ansätze vor allem textuelle, visuelle und ideologische Aspekte politischer Kommunikation betrachten, richtet das Projekt den Fokus auf die akustische Dimension populistischer Diskurse. Die Analyse der Forschenden umfasst Mediendiskurse aus West-, Mittel- und Südosteuropa in englischer, französischer, deutscher, tschechischer, slowakischer und kroatischer Sprache.
„Wir analysieren Tonfall, Sprachrhythmus, Sprechchöre, Soundbites, politische Jingles, Audiomemes und Hintergrundgeräusche. Wir untersuchen, wie diese akustischen Strategien emotionale Reaktionen, Identität und Zugehörigkeit prägen, politische Narrative verstärken und innerhalb gegenwärtiger Aufmerksamkeitsökonomien wirken“, sagt Dr. Lenka Filipova. „Ziel ist es, neue Perspektiven auf politische Kommunikation zu eröffnen und Werkzeuge für ein kritisches Hinhören auf die emotionale Macht von Klang bereitzustellen“, so die Wissenschaftlerin.
Zur Förderlinie und zum Profilbereich „Exploration“
Die VolkswagenStiftung möchte mit der Förderinitiative „Aufbruch – Neue Forschungsräume für die Geistes- und Kulturwissenschaften“ und dem Profilbereich „Exploration“ besonders innovative und risikobreite Forschung in den Geistes- und Kulturwissenschaften ermöglichen. Gefördert werden Projekte mit einem „Aufbruchcharakter“, die neue Themen erschließen, sich durch eine besondere Komplexität auszeichnen und multiperspektivisch untersucht werden. Die Initiative soll Forschende ermutigen, unkonventionelle Ideen voranzubringen und in bislang unerschlossene Bereiche der Forschung vorzustoßen. (km)
Weitere Informationen
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Kontakt
- Dr. Lenka Filipova, Freie Universität Berlin, Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften, Institut für Englische Philologie, E-Mail: lenka.filipova@fu-berlin.de

