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Larissa Bender wird August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin

Deutscher Übersetzerfonds fördert Lehrtätigkeit im Wintersemester 2026/27

Nr. 048/2026 vom 24.04.2026

Larissa Bender zählt zu den wichtigsten Übersetzerinnen arabischsprachiger Literatur in Deuschland, nun kommt sie als Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung an die Freie Universität Berlin.

Larissa Bender zählt zu den wichtigsten Übersetzerinnen arabischsprachiger Literatur in Deuschland, nun kommt sie als Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung an die Freie Universität Berlin.
Bildquelle: Nina Schöner

Die in Köln lebende Übersetzerin Larissa Bender wird im Wintersemester 2026/27 die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung bekleiden. Die vom Deutschen Übersetzerfonds und der Freien Universität Berlin 2007 ins Leben gerufene Gastprofessur ist die erste Professur für Poetik der Übersetzung im deutschsprachigen Raum und wird jährlich am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft eingerichtet.

Larissa Bender gehört zu den wichtigsten Vermittlerinnen arabischsprachiger Literatur in Deutschland. Nach dem Studium der Islamwissenschaft, Kunstgeschichte, Soziologie und Ethnologie in Köln und an der FU Berlin arbeitete sie in der Entwicklungszusammenarbeit und in der Sprachlehre, daneben war sie journalistisch tätig. Seit den neunziger Jahren übersetzt sie Literatur aus dem Arabischen, u.a. Prosa und Romane von Samer Yasbek, Dima Wannous, Ali Al-Kurdi, Khaled Khalifa und Abdalrachman Munif, Gedichte von Ghayat Almadhoun, Theaterstücke von Mohammad Al Attar und Mudar Alhaggi und dokumentarische Texte (zuletzt: Samar Yazbek: Gaza – Überlebensberichte aus einem zerstörten Land, Unionsverlag 2026, gemeinsame Übersetzung mit Leonie Nückell). Sie leitete Schreibworkshops für geflüchtete arabische Kinder und Jugendliche und mehrere Deutsch-Arabische ViceVersa-Übersetzerworkshops. Im Sommersemester 2023 lehrte sie als DÜF-Gastdozentin an der Uni Köln. Larissa Bender wurde 2018 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2025 erhielt sie den Scheich-Hamad-Preis für Übersetzung und internationale Verständigung.

„Poetik der Übersetzung“ – der anspruchsvolle Titel der Gastprofessur an der Freien Universität ist Programm. Seit ihrer Einrichtung hat sich die Professur als exponierter Ort der historischen Reflexion von Methoden und Theorien literarischen Übersetzens und der literatur- und kulturgeschichtlichen Relevanz des Übersetzens etabliert. Das schließt die kritische Reflexion eigener und fremder Übersetzungsmethoden ebenso ein wie die vergleichende Textanalyse. August Wilhelm von Schlegel symbolisiert als Namenspatron der Professur den poetologischen Anspruch des Übersetzens: In seinem Schaffen verbinden sich philologische Forschung, eigene Dichtung und literarische Übersetzung miteinander. Nicht zuletzt seine Übersetzungen aus dem Altindischen (Bhagavad-Gita), dem Italienischen (Dante), dem Spanischen (Calderón, Cervantes) und dem Englischen (Shakespeare) machen ihn zu einer Schlüsselfigur der Literaturtheorie als Translationstheorie.

Larissa Benders öffentliche Antrittsvorlesung wird am 5. November 2026, 19 Uhr im Refugio Berlin stattfinden. Eine gesonderte Einladung dazu folgt.

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Übersetzerfonds und der Freien Universität Berlin.

Weitere Informationen

Kontakt

  • Jürgen Jakob Becker, Deutscher Übersetzerfonds, Am Sandwerder 5, 14109 Berlin, Tel. 030 – 81 69 96 25, E-Mail: becker@uebersetzerfonds.de 
  • Prof. Dr. Susanne Strätling, Freie Universität Berlin, Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin,  E-Mail: susanne.straetling@fu-berlin.de