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„Wir sind FU!“

Ayhan Dede arbeitet seit 44 Jahren als Feinmechaniker an der Freien Universität – er blickt zurück auf seine Ausbildung an der FU.

05.11.2026

Feinmechaniker Ayhan Dede an der Drehmaschine

Feinmechaniker Ayhan Dede an der Drehmaschine
Bildquelle: Sören Maahs

„Die sehr feine und präzise Arbeit mit den Händen macht am meisten Freude“ 

Herr Dede, Sie sind seit vier Jahrzehnten an der Freien Universität. Wenn Sie an Ihre Ausbildung an der FU denken, was kommt Ihnen in den Sinn?

Die Ausbildung war toll! Es gab damals an der FU viele Werkstätten mit verschiedenen Spezialisierungen für die einzelnen Fachbereiche und für die Ausbildung. Ich habe in der Ausbildungswerkstätte Feinmechanik gelernt. Außerdem hatten auch die Technische Universität Berlin, das Klinikum Steglitz und das Virchow-Klinikum eigene Werkstätten. Die Kliniken gehören inzwischen zur Charité, die ja an der Freien Universität und an der Humboldt-Universität angesiedelt ist. Es war sehr spannend, die unterschiedlichen Aufgaben der Werkstätten kennenzulernen. Ich erinnere mich mit Dankbarkeit an meinen alten Werkstattmeister aus meiner Ausbildungszeit. Von ihm habe ich viel gelernt. Wir waren uns sehr nah, das war fast familiär damals.

Es war übrigens Anfang der 1980er Jahre nicht ganz einfach, eine Stelle zu finden. Als ich in der Personalabteilung meinen Ausbildungsvertrag unterschrieb, schüttelte mir die Kollegin, die meine Einstellung bearbeitet hatte, die Hand und gratulierte mir: Herzlichen Glückwunsch, Sie sind jetzt im öffentlichen Dienst.

Was mögen Sie am liebsten an Ihrer Tätigkeit?

Es ist die sehr feine und präzise Arbeit mit den Händen, die mir am meisten Freude macht. In der Ausbildung arbeitete ich zu Beginn meist mit Feile und Säge. Das schult die Geschicklichkeit im Umgang mit Material und Werkzeug. Nach einem halben Jahr wurden wir in die Maschinenwelt eingeführt. Heute stellen wir die Geräte teilweise auch mit programmierbaren Maschinen her. Das erleichtert die Arbeit sehr. Falls nötig, werden die Werkstücke noch händisch bearbeitet. Das Gefühl in den Händen und die Geschicklichkeit sind trotz des häufigen Einsatzes der Maschinen aber immer noch da.

Was ist Ihre schönste Erinnerung aus der Ausbildungszeit?

Sicher die Erinnerung an die große Kollegialität in den Werkstätten. Wenn es Sonntag war, freute man sich schon darauf, am Montag die Kollegen wiederzusehen. Wir haben damals nicht nur miteinander gearbeitet, sondern auch privat viel Kontakt gehabt, auch über Statusgruppen hinweg. Damals waren wir stärker an der Entwicklung der Geräte beteiligt, die wir gebaut haben. Heute bekommen wir eher Aufträge.

Und welche besonderen Geräte haben Sie in den vergangenen vier Jahrzehnten gebaut?

Mir sind viele komplizierte Projekte im Gedächtnis geblieben, die wir mit Geduld, Können und Durchhaltevermögen zu Ende gebracht haben. Darunter war zum Beispiel eine Paul-Falle für die Physikalische Chemie. Das ist ein Gerät, mit dem man Tröpfchen fängt. Durch die Schließung von Werkstätten an der FU bekamen wir immer mehr Aufgaben. Das ist interessant, aber natürlich ist die Arbeitslast gewachsen. Unsere Geräte werden auch außerhalb der FU verwendet, zum Beispiel für Messungen im Elektronenspeicherring BESSY, der am Helmholtz-Zentrum Berlin angesiedelt ist.

Herr Dede, vielen Dank für Ihre Zeit und die Einblicke!


Die Werkstätten an der Freien Universität Berlin

Die Werkstätten der Freien Universität tragen wesentlich zum Forschungserfolg an den jeweiligen Fachbereichen bei. Sieproduzieren und entwickeln hochspezialisierte Geräte und Apparaturen für verschiedene Disziplinen – neben den wichtigen Reparaturen und Wartungen, die sie leisten. So kommt es, dass an der FU auch Feinmechaniker, Elektroingenieure, Pumpentechniker und Glasbläser*innen arbeiten.

Zur Person

Ayhan Dede begann im Jahr 1982 seine Ausbildung zum Feinmechaniker in einer der damals noch existierenden Ausbildungswerkstätten der Freien Universität. Seit 1986 arbeitet er als Feinmechaniker in der Werkstatt des Fachbereichs Chemie, heute Werkstatt des Fachbereichs Biologie, Chemie, Pharmazie. Bei seiner Einstellung wurde er von der zuständigen Sachbearbeiterin in der Personalstelle mit Handschlag und Gratulation zu seiner Anstellung im öffentlichen Dienst begrüßt.