„Wir sind FU!“
„Die Erfolge unserer Studierenden zu sehen, das macht uns große Freude“
08.07.2026
Im Gespräch Katrin Fischer von der Beratung für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen an der Freien Universität Berlin.
Frau Fischer, worin genau bestehen Ihre Aufgaben in der Beratungsstelle?
Wir – also meine Kolleginnen Nina Stellmacher, Anja Ahrens und ich – unterstützen Studierende mit Behinderungen und/oder chronischen Erkrankungen dabei, in das Studium einzusteigen und die Studienbedingungen an ihre jeweiligen Bedarfe anzupassen, außerdem begleiten wir bei Antragstellungen, zum Beispiel zum Nachteilsausgleich. Gleichzeitig versuchen wir, die Anpassung der Studienbedingungen für Betroffene für alle Akteure leicht und transparent zu machen. Oft klingt alles erst einmal sehr kompliziert, erleichtert dann aber mittel- und langfristig vieles.
Wir ermöglichen auch anlassbezogen die Umsetzung von digitaler und baulicher Barrierefreiheit für unsere Studierenden. Nicht nur hier arbeiten wir eng mit ganz verschiedenen Stellen der Hochschule zusammen, zum Beispiel mit den anderen Beratungsstellen, der FUB-IT oder der technischen Abteilung. Mit den Kolleg*innen dort haben wir zum Beispiel auch die Video-Vorstellungen unserer Beratungsstelle und unserer Angebote erstellt. Die seit 2020 stetig wachsende Sichtbarkeit der Beratungsstelle ist sehr wichtig, damit die Betroffenen uns möglichst schon am Anfang ihres Studiums kennenlernen und wir sie so optimal unterstützen können.
Ich bin außerdem auch dezentrale Ansprechperson für Diversity und somit auch mit der Stabsstelle Diversity eng verbunden.
Muss eine Schwerbehinderung vorliegen, damit Studierende sich an Sie wenden können?
Nein. Ein Nachweis des Vorliegens einer Behinderung oder chronischen Erkrankung mittels eines fachärztlichen oder psychotherapeutischen Attestes ist ausreichend.Auch ein Antrag auf Nachteilsausgleich setzt keine Schwerbehinderung voraus. Das wissen viele nicht, deswegen stellen wir uns auch überall gerne vor, beispielsweise bei Einführungsveranstaltungen.
Wie kann ich mir die Umsetzung von baulicher und digitaler Barrierefreiheit vorstellen?
Das ist eine gute Frage, die so generell nicht leicht zu beantworten ist. Wir arbeiten sehr individuell und fallbezogen. Das heißt je nach Anliegen und Bedarf arbeiten wir auf unterschiedlichen Gebieten mit unterschiedlichen Akteur*innen zusammen. Geht es um die Verbesserung der Zugänglichkeit von Gebäuden, zum Beispiel durch automatische Türöffner und eine gute Beschilderung, ist der Fachbereich, aber oft auch die technische Abteilung involviert.
Die Umsetzung geschieht eigentlich immer in Netzwerken, auch in Zusammenarbeit mit den anderen Beratungsstellen. Mit der Stabsstelle für Diversity, der psychologischen Beratung und den support.points – das sind Anlaufstellen für Studierende für Fragen der mentalen Gesundheit im Studium – haben wir zum Beispiel eine studentische Initiative für die Etablierung einer Peer Group für Studierende mit Autismus erfolgreich unterstützt.
Gemeinsam mit der FUB-IT haben wir Videos zur Barrierefreiheit im Studium produziert. Natürlich haben wir auch die Initiative zur Barrierefreiheit von Lehrmaterialien unterstützt. Dabei haben wir zum Beispiel Input geliefert für Videos, in denen erläutert wird, wie Lehrende PDFs barrierefrei aufbereiten können.
Was macht Ihnen am meisten Freude in Ihrer Tätigkeit?
Mir macht es am meisten Freude, die Studierenden zu unterstützen und Ihnen ein wenig Leichtigkeit auf Ihrem Weg durch das Studium geben zu können. Ich mag auch die FU sehr gerne und die freundlichen und unterstützenden Kolleg*innen, mit denen ich zusammenarbeite. Aber die Arbeit mit den Studierenden ist für mich die Herzensangelegenheit, auch wenn sie in letzter Zeit nicht mehr so oft Teil meines Alltags ist. Zu sehen, wie jemand, den wir hier beraten und begleiten, erfolgreich sein Studium abschließt, das ist eine große Freude!
Frau Fischer, vielen Dank für diesen Einblick in Ihre Tätigkeit!

