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Hereinspaziert in die Zukunft!

Die Schüler:innenUni Nachhaltigkeit + Klimaschutz organisiert ein Mitmachprogramm mit 130 Workshops für Schulklassen und Fortbildungen für Lehrkräfte. Ein Gespräch mit der Initiatorin und Projektleiterin Karola Braun-Wanke

16.10.2026

Karola Braun-Wanke begleitet die Schüler:innenUni seit deren Start 2006.

Karola Braun-Wanke begleitet die Schüler:innenUni seit deren Start 2006.
Bildquelle:  Susanne Wehr

Was erleben Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 bei der Schüler:innenUni an der Freien Universität?

Bei uns können Kinder erleben, dass wir vor der Zukunft keine Angst haben müssen, sondern dass wir sie mit Mut, Wissen und Fantasie mitgestalten können. Deshalb bieten wir erlebnisorientierte Mitmachworkshops, in denen sie experimentieren, philosophieren und eigene Ideen zu Klimaschutz, Artenvielfalt, Gerechtigkeit und nachhaltiger Stadtentwicklung entwickeln können. Sie beschäftigen sich also mit positiven Zukünften und erfahren, wie sie zu Hause, in der Nachbarschaft und in der Schule ein klimafreundliches und gerechtes Leben mitgestalten können.

Wie ist die Schüler:innenUni entstanden?

Sie begann 2006 als Pilotprojekt. Anlass war eine internationale Konferenz zur Energiewende zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Für mich war damals klar: Wenn wir über die Zukunft von Energie und Klima sprechen, müssen wir diese Debatten auch für Kinder und Schulen öffnen. Meine Recherchen zeigten, dass Lehrkräfte großes Interesse an diesen Zukunftsfragen hatten, ihnen aber häufig fachliche und didaktische Zugänge fehlten. Diese Lücke wollte ich mit der Schüler:innenUni schließen. Inzwischen haben mehr als 50.000 Schulkinder und 4.500 Lehrkräfte an den kostenfreien Programmen teilgenommen.

Warum ist die Nachfrage so groß?

Nachhaltigkeit und Klimaschutz berühren unmittelbar die Frage, in welcher Welt wir künftig leben wollen. Deshalb brauchen wir eine Bildung, die Kinder nicht nur informiert, sondern sie befähigt, Zukunft zu verstehen und mitzugestalten. Wir verstehen uns aber auch als lernendes Projekt. Wir greifen aktuelle gesellschaftliche Fragen ebenso auf wie die Erfahrungen der Kinder und Themenwünsche der Lehrkräfte. Unsere regelmäßigen Evaluierungen helfen uns, unser Bildungsformat stetig bedarfsorientiert weiterzuentwickeln.

Welche Rolle spielt die Lehrkräftebildung?

Eine wichtige. In unseren Lehr- und Lernlaboren entwickeln Lehramtsstudierende Workshops für unsere Schüler:innenUni und erproben sie anschließend mit unseren Schulklassen. Sie lernen in ihrem Studium handlungsorientiert, wie „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ gestaltet werden kann.

Bildung für eine nachhaltige Entwicklung: Für ihren Beitrag dazu ist die Schüler:innenUni mehrfach ausgezeichnet worden. Ist sie auch Teil politischer Bildung?

Unbedingt. Die Frage nach einer nachhaltigen Zukunft ist immer auch eine politische Frage: Wie wollen wir leben? Wer entscheidet? Welche Interessen werden berücksichtigt? Unser Netzwerk aus 100 Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Verbänden sichern die Qualität der rund 130 Workshops und Fortbildungen pro Jahr. Kinder erleben bei uns, dass es unterschiedliche Positionen gibt, und lernen, sie abzuwägen.

Die Fragen stellte Kerrin Zielke