Freie Universität erschüttert über Anschlag am Rande des Christopher Street Day
27.07.2026
Die Fahnen an der Freien Universität stehen als Zeichen der Trauer auf halbmast.
Bildquelle: Freie Universität Berlin
Beileid und Mitgefühl gelten den Opfern und Betroffenen – die Fahnen an der Freien Universität stehen auf halbmast
Die support.points der Freien Universität Berlin bieten Sondersprechstunden für Angehörige der Freien Universität an, die nach dem Angriff auf den CSD psychologische Unterstützung suchen.
Anlässlich des Pride Month hatte die Freie Universität Berlin am 30. Juni 2026 mit dem Hissen der Inter*-Inclusive-Progress-Pride-Flagge vor dem Henry-Ford-Bau ein Zeichen für Vielfalt, Wissenschaftsfreiheit und gegen Queerfeindlichkeit gesetzt.
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Artikel vom 30. Juni 2026
Queere Sichtbarkeit stärken, Wissenschaftsfreiheit schützen
Mit dem Hissen der Inter*-Inclusive-Progress-Pride-Flagge hat die Freie Universität Berlin am Dienstag vor dem Henry-Ford-Bau anlässlich des Pride Month ein Zeichen für Vielfalt, Wissenschaftsfreiheit und gegen Queerfeindlichkeit gesetzt. An der Zeremonie nahmen Mitglieder der Universität sowie Vertreter*innen des Queer Staff Network teil.
„Gerade in diesem Jahr wird vielleicht deutlicher denn je, wie eng Vielfalt, Wissenschaftsfreiheit und demokratische Werte miteinander verbunden sind“ sagte Professorin Verena Blechinger-Talcott, Erste Vizepräsidentin der Freien Universität Berlin, in ihrem Grußwort.
Sie verwies darauf, dass queere Menschen in vielen Teilen der Welt zunehmender Feindseligkeit ausgesetzt seien und sich dies teilweise auch auf den internationalen wissenschaftlichen Austausch auswirke. Wissenschaftsfreiheit bedeute deshalb nicht nur den Schutz von Ideen, sondern auch den Schutz der Menschen, die Wissen schaffen und weitergeben.
Professorin Verena Blechinger-Talcott, Erste Vizepräsidentin der Freien Universität Berlin, begrüßt die Teilnehmenden der Zeremonie vor dem Henry-Ford-Bau.
Bildquelle: Constanze Kaul
Dr. Carolin Loysa, Diversity and Anti-Discrimination Officer der Freien Universität Berlin, betonte die Bedeutung von Sichtbarkeit: „Sichtbarkeit bedeutet, Raum einzunehmen und diesen Raum zu verändern. Sie bedeutet zu sagen: Wir sind hier, wir gehören dazu und wir lassen uns nicht unsichtbar machen.“ Die Pride-Flagge stehe aus ihrer Sicht nicht nur für queere Sichtbarkeit, sondern erinnere auch daran, dass demokratische Errungenschaften, Menschenrechte und Wissenschaftsfreiheit zunehmend unter Druck gerieten und geschützt werden müssten. Vielfalt sei keine politische Zugabe, sondern eine demokratische Notwendigkeit.
Für das Queer Staff Network hob Pia Linscheid hervor, dass die Pride-Flagge zwar ein wichtiges Symbol sei, ihr Anspruch aber über den Tag der Zeremonie hinausreiche. „Die Sichtbarkeit der Inter*-Inclusive-Progress-Pride-Flagge steht nur symbolisch für die Sichtbarkeit queerer Bedarfe und Rechte. Der institutionelle, antidiskriminierende Anspruch, der damit einhergeht, muss jedoch tagtäglich von uns allen mit Leben gefüllt werden“, sagte sie.
Gemeinsam wird vor dem Henry-Ford-Bau die Inter-Inclusive-Progress-Pride-Flagge gehisst.
Bildquelle: Constanze Kaul
Mit Blick auf die jüngsten Einreisebeschränkungen der USA für trans*, inter*, nicht-binäre und agender Personen fragte Linscheid außerdem, welche Antworten Hochschulen finden müssten, wenn Forschende aufgrund ihrer Geschlechtsidentität nicht mehr sicher an internationalen Konferenzen teilnehmen oder trans* Studierende ein Auslandssemester antreten könnten.
Das Queer Staff Network der Freien Universität Berlin wird außerdem gemeinsam mit der BUA-AG Queernetzwerke des DiGENet auf dem diesjährigen Motzstraßenfest vertreten sein. Dort stellen die Beteiligten ihre Netzwerkarbeit sowie Forschung zu queeren Themen in der Berlin University Alliance einer breiten Öffentlichkeit vor.



